Gitterrostboden mit Pflanzen durchwachsen
Landschaftsarchitekt: Mofa Studio GmbH
Für den Aussenraum des Hauses Eber in Zürich haben wir begehbare Gitterrostflächen realisiert. Die Konstruktion verbindet Funktionalität mit einer individuellen Gestaltung der Oberfläche.
Die Gitterroste wurden nach spezieller Zeichnung gefertigt. Durch unterschiedlich grosse Maschen entsteht ein differenziertes Rasterbild, das sich je nach Blickwinkel und Lichteinfall verändert. Gleichzeitig ermöglichen die offenen Strukturen das Durchwachsen von Vegetation sowie den natürlichen Wasserabfluss.
Gefertigt wurden die Roste aus rohem Stahl. Die robuste Materialität passt sich dem Aussenraum an und entwickelt mit der Zeit eine lebendige Oberfläche. Die Tragkonstruktion wurde präzise auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt, sodass eine sichere Begehbarkeit bei gleichzeitiger Offenheit der Fläche gewährleistet ist.
So entsteht eine begehbare Grünfläche, die Technik, Landschaft und Gestaltung miteinander verbindet.

Die begehbaren Gitterrostflächen strukturieren den Übergang zwischen Gehsteig und Wohnungen und verleihen dem Aussenraum eine klare, zurückhaltende Gestaltung.
Die rohen Stahlroste bilden eine durchlässige Ebene über der Grünfläche. Sie schaffen einen nutzbaren Vorbereich vor den Wohnungen, ohne die Vegetation zu versiegeln. Licht, Wasser und Pflanzen können durch die unterschiedlich grossen Maschen ungehindert wirken, während die Fläche gleichzeitig sicher begehbar bleibt.
So entsteht eine hybride Zone zwischen Strassenraum und privatem Bereich – robust im Material, offen in der Struktur und fein abgestimmt auf die historische Fassade des Hauses Eber.

Im Detail zeigt sich das Zusammenspiel von Stahl und Vegetation besonders deutlich.
Die Pflanzen wachsen selbstverständlich durch die unterschiedlich grossen Maschen und verweben sich mit dem Gitterrost. Die offene Struktur lässt ausreichend Licht und Wasser zur Erde darunter, sodass sich ein natürlicher Bewuchs entwickeln kann.
Der rohe Stahl bildet dazu einen robusten, ruhigen Kontrast. Mit der Zeit verändert sich seine Oberfläche, während die Vegetation saisonal variiert. So entsteht eine lebendige, sich stetig wandelnde Fläche, die Technik und Natur unmittelbar miteinander verbindet.

Auch die Fahrradbügel sind in die begrünte Gitterrostfläche integriert und aus rohem Stahl gefertigt.
Sie stehen direkt auf der durchlässigen Konstruktion und fügen sich materialgleich in das Gesamtbild ein. Die warme, rostfarbene Oberfläche korrespondiert mit den Gitterrosten und bildet einen ruhigen Kontrast zur Vegetation.
So entstehen funktionale Elemente für den Alltag – Abstellmöglichkeiten für Velos – die nicht als Fremdkörper wirken, sondern selbstverständlich Teil der landschaftlich gestalteten Fläche sind.

Die besondere Herausforderung bei der Produktion lag in den unterschiedlichen Maschenweiten und den schräg verlaufenden Trennlinien innerhalb der Roste.
Statt eines durchgehenden, gleichmässigen Rasters wurden die Gitter nach spezieller Zeichnung gefertigt. Unterschiedliche Maschengrössen definieren Zonen und Übergänge, während die diagonal verlaufenden Linien die Fläche strukturieren und ihr eine eigene Dynamik verleihen.
Diese präzise Ausarbeitung erforderte eine sorgfältige Planung und exakte Fertigung. Das Ergebnis ist eine technisch anspruchsvolle, aber gestalterisch zurückhaltende Oberfläche, die Funktion und Gestaltung selbstverständlich miteinander verbindet.

Für die mehrjährigen Sträucher wurden gezielt grössere Öffnungen in den Gitterrost integriert.
Diese Aussparungen ermöglichen den Pflanzen ausreichend Raum zur Entwicklung und schaffen gleichzeitig eine klare Einfassung innerhalb der begehbaren Fläche. Die Öffnungen sind rundum mit einer nach oben stehenden Trittkante ausgeführt. Sie erhöht die Sicherheit, schützt die Vegetationsbereiche und sorgt für eine saubere Abgrenzung zwischen Gehzone und Pflanzfläche.
So bleibt die Fläche durchgängig nutzbar, während die Bepflanzung dauerhaft und geschützt wachsen kann.

Auch im Bereich des ehemaligen Haupteingangs wurden die Gitterrostflächen topografisch angepasst.
Die Stufen sind direkt in die Stahlkonstruktion integriert und verbinden den Gehsteig mit dem leicht erhöhten Eingangsbereich. Dadurch entsteht ein fliessender Übergang zwischen öffentlichem Raum und Gebäude, ohne die begrünte Fläche zu unterbrechen.
Die rohe Stahloberfläche fügt sich selbstverständlich in das Gesamtkonzept ein und entwickelt mit der Zeit eine lebendige Patina, die mit Vegetation und historischer Fassade in Dialog tritt.

Detailaufnahme der Gitterrostfläche mit natürlicher Begrünung.
Zwischen den unterschiedlich grossen Maschen wächst die Vegetation frei durch die rohe Stahlstruktur. Die rostige Oberfläche bildet einen warmen Kontrast zum frischen Grün und zeigt, wie sich Konstruktion und Natur über die Zeit miteinander verbinden.

Detail der integrierten Stufe innerhalb der Gitterrostfläche.
Gut erkennbar ist der Übergang zwischen den unterschiedlichen Rostebenen sowie der sauber ausgeführte Randabschluss aus rohem Stahl. Die umlaufende Einfassung stabilisiert die Konstruktion, fasst die Pflanzbereiche präzise ein und bildet gleichzeitig eine klare Kante zwischen begehbarer Fläche und Vegetation.
Die Kombination aus variierenden Maschenweiten, Höhensprüngen und definierten Abschlüssen zeigt den konstruktiven Anspruch hinter dieser scheinbar einfachen Grünfläche.

Ein länglicher Gitterrost bildet hier die klare Grenze zwischen den Wohnungseingängen und der Zufahrt zur Tiefgarage.
Als lineares Element strukturiert er den Aussenraum, trennt Verkehrsfläche und Aufenthaltsbereich und übernimmt gleichzeitig die Funktion einer begrünten Zone. Durch die offene Struktur kann Regenwasser versickern, während sich zwischen den Maschen Vegetation etabliert.
Die rohe Stahloberfläche mit ihrer natürlichen Patina unterstreicht den robusten Charakter und schafft einen ruhigen, konstruktiven Übergang zwischen Beton, Belag und Grünraum.


Zwei Arealtore schliessen die Südseite des Gebäudes klar und zurückhaltend ab.
Die Tore sind vollständig aus rohem Stahl gefertigt und nehmen die Materialität der Gitterrostflächen auf. Die vertikalen Stäbe wirken filigran und durchlässig, während die horizontale Verbindung die Konstruktion stabilisiert und ihr eine klare Linie verleiht.
Mit der Zeit entwickelt der Stahl eine natürliche Patina, die sich harmonisch in die Umgebung einfügt und den robusten, landschaftsnahen Charakter des Aussenraums unterstreicht.

Im Grundriss des Architekten wird das „Bild“ der Gitterroste als durchgängiges Gestaltungselement sichtbar.
Die Fläche ist in einzelne Teile gegliedert und folgt dem Verlauf des Gebäudes sowie der angrenzenden Wege. Unterschiedliche Maschenweiten, schräge Trennlinien und gezielt platzierte Öffnungen für Sträucher sind bereits in der Planung präzise definiert.
So entsteht kein zufälliges Raster, sondern eine bewusst komponierte Struktur. Der Gitterrost wird vom konstruktiven Bauteil zum gestalterischen Motiv und prägt den Aussenraum ebenso stark wie die Architektur selbst.

Das 3D-Modell zeigt die von uns entwickelte tragende Unterkonstruktion der Gitterrostflächen.
Die Stahlträger folgen dem polygonalen Verlauf des Aussenraums und nehmen sowohl Richtungswechsel als auch Höhensprünge präzise auf. Quer- und Längsträger bilden ein statisch abgestimmtes Raster, das die unterschiedlichen Rostfelder sicher aufnimmt und gleichzeitig Raum für Pflanzzonen sowie technische Anforderungen lässt.
Die modellbasierte Planung ermöglichte es, Anschlussdetails, Randabschlüsse und Auflagerpunkte frühzeitig zu koordinieren und die komplexe Geometrie effizient in die Produktion zu überführen.

Das 3D-Modell des Arealtores zeigt die klare, reduzierte Konstruktion in ihrer ganzen Präzision.
Die vertikalen Stahlstäbe sind gleichmässig angeordnet und werden von durchlaufenden horizontalen Trägern gehalten. Die Anschlusspunkte an die seitlichen Massivbauteile sind konstruktiv sauber gelöst und gewährleisten Stabilität sowie eine langlebige Befestigung.
Durch die bewusste Reduktion auf wenige Elemente entsteht ein ruhiges, durchlässiges Erscheinungsbild. Das Tor wirkt leicht und transparent, erfüllt jedoch gleichzeitig alle funktionalen Anforderungen an Sicherheit und Abgrenzung.



Die Gitterroste nach der Anlieferung auf der Baustelle – noch gebündelt auf Paletten und bereit für die Montage.
Jedes Element wurde vorgefertigt, beschriftet und entsprechend dem Verlegeplan sortiert. Die präzise Abstimmung von Maschenweiten, Schrägschnitten und Anschlussdetails erforderte eine exakte Logistik, damit die einzelnen Felder vor Ort effizient eingesetzt werden konnten.
Vom Plan über das 3D-Modell bis zur fertigen Lieferung zeigt sich hier der Übergang von der Werkstatt in den realen Aussenraum.

Montagearbeiten vor Ort mit gut sichtbarer tragender Unterkonstruktion.
Die Stahlträger bilden das statische Rückgrat der Anlage. Sie sind exakt auf die vorhandene Gebäudestruktur und die geplanten Rostfelder abgestimmt und nehmen sowohl Lasten aus der Begehung als auch aus Begrünung und Einbauten auf.
Die präzise Ausrichtung der Träger war entscheidend, damit die vorgefertigten Gitterroste passgenau eingesetzt werden konnten. Hier zeigt sich die konstruktive Grundlage, die später unter der begrünten Oberfläche nahezu unsichtbar bleibt.

Baustellenimpression während der Montagearbeiten.
Die rohen Stahlgitter sind bereits verlegt, während einzelne Einbauten wie die Fahrradbügel direkt auf der begrünten Fläche montiert werden. Werkzeuge, Befestigungsmaterial und temporäre Bauelemente machen den Entstehungsprozess sichtbar und zeigen die handwerkliche Präzision vor Ort.
Die Kombination aus massiver Unterkonstruktion, passgenau gefertigten Gitterrosten und direkt integrierten Ausstattungselementen verdeutlicht den konstruktiven Anspruch des Projekts.

