Briefkasten von Claudia Kübler
Menschen, Objekte und Geschichte im Dialog
Künstlerin: Claudia Kübler
Für dieses Kunst-am-Bau-Projekt an der Steinberggasse 52 in Winterthur durften wir im Auftrag von Terrest, der Liegenschaftenverwaltung der SKKG, die künstlerische Arbeit „Briefkasten“ realisieren.
Die Installation verbindet Funktion und Kunstobjekt in einem Element. Einerseits erfüllt sie ihre klassische Aufgabe als Briefkasten, andererseits dient sie als sichtbares Zeichen der Stiftung im Stadtraum und als Präsentationsort für wechselnde Kunstobjekte.
Die konstruktive Umsetzung erforderte eine präzise Abstimmung zwischen künstlerischer Gestaltung und technischer Realisierung. Materialisierung, Proportionen und Details wurden so ausgeführt, dass die skulpturale Wirkung im Vordergrund steht, während Funktionalität, Witterungsbeständigkeit und Dauerhaftigkeit im öffentlichen Raum gewährleistet bleiben.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich Metallbau und Kunst am Bau zu einer eigenständigen, identitätsstiftenden Intervention im urbanen Kontext verbinden.

Die Installation ist im Treppenhaus als grossformatiges, wandbündiges Möbel inszeniert.
Sichtbar sind die funktionalen Briefkästen, integriert in eine vielschichtige Struktur aus offenen Fächern, Vitrinen und Präsentationsflächen. Zwischen den regulären Postfächern entstehen bewusst gesetzte Räume für Kunstobjekte und kuratierte Inhalte der Stiftung.
Die präzise gefertigte Metallkonstruktion bildet den Rahmen für diese Kombination aus Alltagsfunktion und künstlerischer Intervention. So wird der „Briefkasten“ nicht nur zur Infrastruktur des Hauses, sondern zu einem dauerhaften Ausstellungsort im öffentlichen Innenraum.

Von der gegenüberliegenden Seite im Durchgang zeigt sich die Installation als durchgehendes, skulpturales Wandmöbel.
Die klaren, roten Kuben strukturieren den Raum und führen die Besucher entlang der Wand. Geschlossene Briefkastenfelder wechseln sich mit offenen Präsentationsnischen und verglasten Vitrinen ab. Einzelne Kunstobjekte sind gezielt inszeniert und treten in Dialog mit der funktionalen Infrastruktur.
Durch die präzise Ausführung und die einheitliche Farbgebung entsteht ein starkes, zusammenhängendes Bild, das den Treppenraum aufwertet und dem Projekt eine klare Identität verleiht.

In einzelnen Nischen der Installation werden Objekte aus der Kunstsammlung von Bruno Stefanini präsentiert.
Die integrierten Vitrinen und offenen Fächer bieten Raum für historische und zeitgenössische Exponate, die bewusst in den funktionalen Kontext der Briefkastenanlage eingebettet sind. Beleuchtung und Proportionen der Fächer sind so gestaltet, dass die Objekte klar hervortreten und dennoch Teil des Gesamtkonzepts bleiben.
So entsteht ein spannender Dialog zwischen Alltagsfunktion und Sammlung – der „Briefkasten“ wird zum Ausstellungsort und trägt die Inhalte der Stiftung unmittelbar in den öffentlichen Raum des Treppenhauses.



Die 3D-Ansicht der Rückseite zeigt die konstruktive Lösung für die Montage an einer unebenen Wand im historischen Altstadthaus.
Die Tragstruktur wurde so entwickelt, dass sie Wandtoleranzen aufnehmen und Unebenheiten ausgleichen kann. Mehrere definierte Befestigungspunkte sorgen für eine sichere Verankerung im Bestand, während die innere Rahmenkonstruktion die Lasten gleichmässig verteilt.
Durch diese präzise Planung im 3D-Modell konnte die Installation passgenau gefertigt und vor Ort effizient montiert werden – ohne die historische Bausubstanz unnötig zu beeinträchtigen.



Vor der Oberflächenbehandlung wurde die gesamte Installation in unserer Werkstatt probeweise aufgebaut.
Im rohen Zustand sind die konstruktiven Ebenen und Volumen besonders gut erkennbar. Der Testaufbau diente der Kontrolle von Proportionen, Fugenbild, Anschlüssen und Befestigungspunkten. So konnten letzte Anpassungen vorgenommen werden, bevor die sichtbaren Aluminium- und Glaselemente final bearbeitet und montiert wurden.
Diese Phase ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Gestaltung, Funktion und Tragstruktur präzise zusammenspielen und die spätere Montage im historischen Gebäude reibungslos erfolgt.

Hier ist die Installation noch im Rohzustand in unserer Werkstatt zu sehen.
Gut sichtbar ist die tragende Unterkonstruktion aus Stahl, welche die statische Stabilität gewährleistet und die Lasten in die Befestigungspunkte ableitet. Der später sichtbare Teil besteht aus Aluminium und Glas, wodurch eine präzise, hochwertige Oberfläche entsteht, die der künstlerischen Gestaltung entspricht.
Die Kombination aus robustem Stahltragwerk und fein ausgeführten Aluminium- und Glaselementen verbindet technische Stabilität mit gestalterischer Klarheit – die Grundlage für die spätere Wirkung im historischen Treppenhaus.

