Kunst am Bau für das Schulhaus Tanneg
Künsterlin: Zilla Leutenegger
Für dieses Kunst-am-Bau-Projekt fertigten und montierten wir die hochglanzpolierten Chromstahlbleche als spiegelnde Unterlage in den Erkerbereichen und im Gang. Die präzise Verarbeitung war entscheidend, damit die Spiegelungen klar wirken und die Malerei dauerhaft getragen wird.
Zilla Leutenegger greift mit ihrer Arbeit zwei zentrale Orte der Architektur auf. In der Eingangshalle werden die Rücksprünge über den Nasszellenkernen durch die umlaufenden Chromstahlflächen als zusammenhängender Fries lesbar. Zeichnungen von Gegenständen des Schulalltags verschmelzen durch die Spiegelung mit dem realen Raum.
In den ehemaligen Treppenhäusern mit Blick in den Limmatraum spiegeln die schrägen Deckenflächen das wechselnde Licht und Geschehen. Perspektivisch angedeutete Linien beziehen sich auf die darunterliegenden Sitzstufen. So entstehen je nach Wetter, Tageszeit und Bewegung immer neue Bildüberlagerungen – eine enge Verzahnung von Werk und Architektur.

In den Steigzonen öffnen sich Erker mit Blick auf den Fluss. Die Holzstufen sind als Aufenthaltsorte für die Kinder gedacht – Orte zum Verweilen, Lesen oder Beobachten.
An den schrägen Deckenflächen haben wir die polierten Edelstahlbleche präzise eingepasst. Die spiegelnde Oberfläche nimmt den Aussenraum, das Licht und die Bewegung im Innern auf und bildet die Grundlage für die zeichnerische Arbeit von Zilla Leutenegger.
So entsteht ein spannungsvolles Zusammenspiel von Architektur, Material und Kunst, bei dem sich Raum und Spiegelbild ständig neu überlagern.

Im Korridor wurden die polierten Chromstahlbleche direkt unterhalb der Decke entlang der Wand montiert. Die Elemente folgen exakt den gerundeten Ecken der Architektur und nehmen die Formensprache des Bestands präzise auf.
Durch diese passgenaue Ausführung entsteht eine ruhige, durchlaufende Spiegelzone, welche die Zeichnungen von Zilla Leutenegger trägt und gleichzeitig den Raum optisch erweitert. Die Spiegelungen verzahnen Kunst und Architektur zu einer gemeinsamen, lebendigen Oberfläche.

Die Erkerbereiche noch in der Bauphase. Zur Vorbereitung der Montage wurde bauseits eine präzise ausgerichtete Unterkonstruktion aus Holz erstellt.
Diese diente als stabile und ebene Basis für die spätere Befestigung der polierten Chromstahlbleche. Die sorgfältige Vorarbeit war entscheidend, damit die spiegelnden Flächen exakt eingepasst werden konnten und ihre Wirkung ohne Verzerrungen entfalten.

Ein Detail aus dem Gang während der Bauphase. Hier wird die besondere Situation mit dem Wandradius und dem sichtbaren Stahlträger deutlich.
Die polierten Chromstahlbleche mussten exakt an diese Geometrie angepasst werden – sowohl an die gerundete Wandfläche als auch an die vorhandene Tragstruktur. Die präzise Aufnahme der Masse und die sorgfältige Ausarbeitung der Zuschnitte waren entscheidend, damit sich die spiegelnden Flächen spannungsfrei und passgenau in die bestehende Konstruktion einfügen konnten.

Werkstattzeichnung der Blechverkleidung an der schrägen Decke im Erker.
Die Darstellung zeigt die segmentierte Ausführung der Chromstahlflächen mit den exakten Winkel- und Längenangaben. Durch die Aufteilung in mehrere passgenaue Elemente konnte die komplexe Geometrie der Dachschräge präzise umgesetzt und spannungsfrei montiert werden.
Die Detail- und Schnittzeichnungen definieren Befestigung, Materialstärken und Anschlüsse an die Unterkonstruktion. So wurde bereits in der Planung sichergestellt, dass sich die spiegelnden Flächen exakt in die Architektur einfügen und eine durchgehende, ruhige Oberfläche bilden.

An einem seitlich integrierten, verdeckten Profil können die Bleche eingehängt werden. Dieses System ermöglicht eine präzise Ausrichtung der Elemente und sorgt gleichzeitig für eine unsichtbare Befestigung.
Die verdeckte Montage garantiert eine ruhige, durchgehende Spiegeloberfläche ohne sichtbare Schrauben oder Befestigungspunkte. So bleibt die technische Konstruktion im Hintergrund – im Vordergrund steht die Wirkung der reflektierenden Fläche im Raum.

Detail aus dem 3D-Modell: Die verdeckte Einhängung und die Befestigungspunkte sind so konstruiert, dass die Bleche sauber geführt werden und die Montage unsichtbar bleibt. Wie bei uns üblich wurde die gesamte Lösung bei Metall Werk Zürich AG vorgängig im 3D bis ins Detail geplant, damit Passgenauigkeit und Ablauf auf der Baustelle stimmen.

Modell der Verkleidung im Gang.
Die Chromstahlbleche wurden auf eine von uns gefertigte Unterkonstruktion aus Aluminium montiert. Diese sorgt für eine stabile, verwindungsfreie Aufnahme der spiegelnden Flächen und ermöglicht gleichzeitig eine präzise Justierung.
Im Detail ist der Anschluss an den bestehenden Träger sichtbar. Die Konstruktion wurde so ausgelegt, dass sie sich exakt in die vorhandene Struktur einfügt und eine ruhige, durchgehende Oberfläche entsteht – technisch durchdacht und architektonisch zurückhaltend.



Die Zeichnung im Erker zeigt den präzisen Anschluss der Chromstahlflächen an die seitliche Wand.
Die Linienführung setzt sich über die gefalteten Flächen hinweg fort und bindet die Spiegelbleche sauber an die angrenzenden Bauteile an. Durch die exakte Ausarbeitung der Kanten und Übergänge entsteht eine klare, ruhige Geometrie, bei der Konstruktion und Zeichnung nahtlos ineinandergreifen.

Werkstattzeichnung der kompletten Installation im Korridor.
Die Planung zeigt den gesamten Verlauf der Chromstahlverkleidung entlang der gerundeten Wand, inklusive Radien, Segmentierung und Befestigungspunkten. Die Bleche wurden in abgestimmten Längen ausgeführt und konstruktiv so vorbereitet, dass sie präzise an die Aluminium-Unterkonstruktion angeschlossen werden konnten.
Schnitt- und Detaildarstellungen definieren Materialstärken, Halterungen und Übergänge zur bestehenden Bausubstanz. So wurde bereits in der Werkstattplanung sichergestellt, dass sich die Installation passgenau in die Architektur einfügt und eine durchlaufende, ruhige Spiegelzone im Korridor entsteht.

Ausschnitt der Malerei auf den gerundeten Chromstahlflächen im Korridor.
Die Zeichnungen entfalten auf der spiegelnden Oberfläche eine besondere Wirkung: Motiv und Reflexion überlagern sich und verändern sich je nach Standpunkt und Lichteinfall. Die Rundung der Wand verstärkt diesen Effekt zusätzlich und lässt die Malerei mit der Architektur verschmelzen.
Die präzise eingepassten Bleche bilden dabei die ruhige, technische Grundlage für das künstlerische Werk von Zilla Leutenegger.

Hier der Übergang vom Fenster zur schrägen Decke während der Bauphase.
An dieser Stelle trafen unterschiedliche Materialien und Geometrien aufeinander – Fensterrahmen, Stahlträger und Deckenfläche. Für die spätere Montage der Chromstahlbleche musste ein sauberer, präzise definierter Anschluss entwickelt werden, der sowohl technisch funktioniert als auch optisch ruhig wirkt.
Die Lösung erforderte eine exakte Massaufnahme vor Ort und eine sorgfältige Detailplanung, damit sich die Spiegelbleche spannungsfrei einfügen und der Übergang zwischen Fenster und Decke klar und sauber ausgebildet werden konnte.