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"Double Cage Piece" - Bruce Nauman

Skulptur als doppelter Stahlkäfig aus Stahlrahmen mit Streckmetall.

Zwei Käfige wurden ineinander auf Betonfundamente montiert. Iterswiller (Frankreich). Hergestellt nach Angaben und Zeichnungen des Künstlers.

Künstler: Bruce Nauman

für Gallerie: Hauser und Wirth, Zürich
Auftraggeber: Pidu Russek

Die Umsetzung des Kunstwerks „Double Cage Piece“ von Bruce Nauman stellt eine aussergewöhnliche Verbindung von zeitgenössischer Kunst und präzisem Metallbau dar. Im Zentrum stand die originalgetreue Realisierung einer skulpturalen Arbeit, bei der Materialität, Proportion und räumliche Wirkung eine entscheidende Rolle spielen.

In der kunsthistorischen Einordnung der zeitgenössischen Skulptur nimmt Bruce Nauman eine Schlüsselrolle ein, insbesondere durch seine radikale Auseinandersetzung mit der physischen und psychischen Raumwahrnehmung. Das „Double Cage Piece“ exemplifiziert diesen Ansatz auf eindringliche Weise. Obwohl der ursprüngliche konzeptionelle Entwurf bereits auf das Jahr 1974 zurückgeht, erfolgte die materielle Realisierung als späte Ausführung erst 1999 im Auftrag eines privaten Sammlers. Dieser zeitliche Bogen von einem Vierteljahrhundert unterstreicht die Beständigkeit von Naumans künstlerischer Vision und markiert den Übergang von der frühen Konzeptkunst zur monumentalen, raumgreifenden Skulptur.

Die technische Umsetzung erforderte höchste Präzision in der Fertigung sowie ein vertieftes Verständnis für die künstlerische Intention, um die gewünschte räumliche Wirkung exakt zu übertragen.

 
Das „Double Cage Piece“ wurde im Park eines privaten Sammlers im Elsass installiert. Die feuerverzinkte Oberfläche zeigt sich hier noch in einem hellen, frischen Zustand und unterstreicht die klare, reduzierte Form der Skulptur im natürlichen Umfeld.

 


Der Käfig wurde am Waldrand nahe eines kleinen Flusses in bewusst zurückhaltender, leicht düsterer Umgebung platziert. In dieser Situation wird besonders deutlich, wie sich die Skulptur in den Landschaftsraum einfügt und gleichzeitig eine eigene, spannungsvolle Präsenz entwickelt.

 

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Blick in den Innenraum des fertigen „Double Cage Piece“. Der mit Mulch bedeckte Boden kaschiert die Fundamente und verstärkt zugleich die beklemmende, bewusst inszenierte Raumsituation, die für Naumans Arbeit zentral ist.

 

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Auch das Dach ist von innen als doppellagige Gitterkonstruktion ausgeführt. Diese verstärkt die räumliche Verdichtung und trägt zur intensiven, beinahe beklemmenden Wahrnehmung des Innenraums bei.

 

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Blick von oben auf das „Double Cage Piece“. Gut erkennbar ist die doppelte Käfigstruktur mit dem schmalen, begehbaren Innenraum, der die räumliche Enge und die intendierte körperliche Erfahrung der Skulptur deutlich macht.

 

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Hier die Seitenansicht mit der sichtbaren Rasterteilung und den zwei ineinander liegenden Stahlkäfigen.Seitenansicht vom dreidimensionalen Modell aus der Planungsphase. Die ganze Skulptur wurde bis in das letzte Detail durch-konstruiert. 

 

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Visualisierung des Innenraums mit den Streckgitterflächen. Die Darstellung macht die dichte Struktur und die starke perspektivische Wirkung des schmalen Durchgangs bereits in der Planungsphase erlebbar.

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Gesamtansicht der Skulptur in der Visualisierung. Gut erkennbar sind die zwei gegenüberliegenden Eingänge sowie die klare, lineare Struktur der ineinanderliegenden Stahlkäfige.

 

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Anfangs- und Endelement des Käfigs im Probeaufbau in der Werkstatt. Durch diesen Test konnten Proportionen, Konstruktion und Montageabläufe vor der finalen Umsetzung überprüft und optimiert werden.

 

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Im Probeaufbau konnten neben der Konstruktion auch die Funktion und Bewegungsabläufe der Türen überprüft werden. So liessen sich Details frühzeitig abstimmen und die Ausführung gezielt optimieren.

 

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Ein Stapel Streckmetall in der Werkstatt. Die markante Struktur und das präzise Raster des Materials prägten die Gestaltung wesentlich und überzeugten sowohl technisch als auch gestalterisch.

 

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Auf den vorbereiteten Fundamenten wurde die Stahlunterkonstruktion montiert. In die aufgeschweissten C-Schienen konnten die einzelnen Wandelemente anschliessend präzise eingesetzt und verschraubt werden.

 

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Start der Montage vor Ort: Die vorgefertigten Elemente werden auf die vorbereitete Stahlunterkonstruktion gesetzt und verschraubt. So entsteht die Skulptur Schritt für Schritt aus präzise gefertigten Einzelteilen.

 

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Die einzelnen Elemente wurden vor Ort schrittweise miteinander verbunden. Dabei entstanden der innere und der äussere Käfig parallel, wodurch die komplexe Doppelstruktur präzise aufgebaut werden konnte.

 

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Die Skulptur ist in ihrer gesamten Länge weitgehend aufgebaut. Die klare Struktur und die Dimension des „Double Cage Piece“ werden in diesem Montagezustand bereits gut sichtbar.

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Bereits während der Montage zeigt sich die Enge des Innenraums. Der schmale Zwischenraum stellte auch beim Aufbau besondere Anforderungen an Präzision und Ablauf der Arbeiten.

 

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An beiden Stirnseiten sind schmale Türen angeordnet. Die Konstruktion erlaubt jeweils nur das Öffnen einer Tür zur selben Zeit – die innere Tür kann erst bewegt werden, wenn die äussere geöffnet ist. Dieses Prinzip verstärkt die kontrollierte, sequenzielle Bewegung durch die Skulptur.

 

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