Highlights Vitrinen für Dauerausstellung
Architekt: Zmik Spatial Design, Basel
Kunde: Museum für Gestaltung Zürich
Für das Museum für Gestaltung Zürich durften wir zwei grossformatige Vitrinen für die Ausstellung Swiss Design Collection – Highlights realisieren. Anlass war das Jubiläum des Hauses – präsentiert wurden prägende Schweizer Designobjekte aus verschiedenen Epochen.
Die beiden Vitrinen erreichen eine Höhe von rund sechs Metern und sind als filigrane, aber hoch belastbare Stahlkonstruktionen ausgeführt. Die einzelnen Ablagen sind für Objektgewichte von bis zu 100 kg ausgelegt und ermöglichen so die Präsentation unterschiedlichster Exponate – von Möbeln bis zu industriellen Designklassikern.
Die Konstruktion besteht aus einer präzise gefertigten Stahlstruktur mit grossflächigen Glaselementen, befestigt über Punkthalter. Dadurch entsteht eine maximale Transparenz bei gleichzeitig hoher statischer Leistungsfähigkeit. Integrierte Beleuchtungselemente setzen die ausgestellten Designhighlights gezielt in Szene und unterstreichen die architektonische Präsenz der Vitrinen im Raum.
Das Projekt verbindet konstruktive Ingenieursarbeit mit musealem Anspruch – robust in der Tragstruktur, zurückhaltend in der Erscheinung und konsequent auf die Wirkung der ausgestellten Objekte ausgerichtet.

Die filigrane Stahl-Glas-Konstruktion mit Punkthaltern fügt sich transparent in den Raum ein und setzt die Schweizer Designklassiker über mehrere Ebenen wirkungsvoll in Szene.
Dank statisch ausgelegter Ablagen mit bis zu 100 kg Tragkraft vereint die Vitrine konstruktive Präzision mit musealer Leichtigkeit.


Die Glasfronten der Vitrine sind – ebenso wie die Stahlstruktur – in ein regelmässiges Raster aufgeteilt.
Wie auf dem Detailbild gut erkennbar, sind die grossen Scheiben in gleichmässige Felder gegliedert, die mit Punkthaltern in die Tragkonstruktion eingebunden sind. Dadurch entsteht eine klare, orthogonale Ordnung, die den Blick auf die Ausstellungsexponate nicht stört, sondern ruhig lenkt.
Die präzise Ausrichtung der Glaselemente in Verbindung mit der Stahlunterkonstruktion sorgt für maximale Transparenz und Stabilität zugleich.

Im Sockelbereich der Vitrine sind die Versorgungs- und Beleuchtungskomponenten integriert untergebracht.
Die technische Infrastruktur bleibt dadurch unsichtbar und stört weder die Transparenz der Glasflächen noch die Wirkung der ausgestellten Objekte. Gleichzeitig ermöglicht der zugängliche Sockel eine saubere Kabelführung sowie Wartung und Anpassungen im laufenden Ausstellungsbetrieb.
So verbindet die Konstruktion gestalterische Klarheit mit funktionaler Präzision.


Das vom Museum definierte Layout mit den vorgesehenen Exponaten diente als Grundlage für die Planung der Vitrinen.
Die unterschiedlichen Objektgrössen und -gewichte – teils bis zu 80 kg – waren früh festgelegt und bestimmten die Dimensionierung der Tragstruktur sowie die Auslegung der einzelnen Ablagen.
Auf dieser Basis entwickelten wir die Stahlkonstruktion so, dass sie maximale Flexibilität bietet und gleichzeitig die geforderte Tragfähigkeit, Transparenz und museale Wirkung gewährleistet.

Zur Überprüfung der Proportionen und Raumwirkung fertigte das Museum ein 1:1-Mock-up eines Vitrinenteils aus Holz.
Dieses Muster diente der Visualisierung der späteren Originalhöhe von rund sechs Metern und half, Abstände, Ebenen und Objektplatzierungen realitätsnah zu beurteilen.
Auf dieser Grundlage konnten Konstruktion, Tragstruktur und Details präzise weiterentwickelt und auf die definitive Stahl-Glas-Ausführung abgestimmt werden.

3D-Modellansicht der Vitrine.
Das Modell zeigt die klare Rasterstruktur aus Stahlprofilen sowie die proportionale Aufteilung der Glasfelder über mehrere Ebenen. Bereits in der digitalen Planung wurden Tragstruktur, Ablagen und Glasaufteilung exakt aufeinander abgestimmt.
So konnte die statische Auslegung präzise definiert und die spätere Wirkung im Raum frühzeitig überprüft werden.



Gut erkennbar sind die Glas-Punkthalter der Tablare sowie die präzise ausgearbeiteten Ausschnitte für die integrierten Beleuchtungsschienen. Die Befestigungen sind konstruktiv klar gelöst und gleichzeitig visuell zurückhaltend, sodass die Transparenz der Vitrine erhalten bleibt.
Tablare und Fronten wurden in TVG (teilvorgespanntes Verbundglas) ausgeführt. Diese Ausführung gewährleistet hohe Tragfähigkeit und Sicherheit bei gleichzeitig schlanker, filigraner Erscheinung.

Detailansicht des „Dachs“ der Vitrine.
Anstelle von Glas wurde im oberen Abschluss ein Aluminiumblech eingesetzt. Dieses bildet einen ruhigen, geschlossenen Abschluss und dient gleichzeitig als konstruktives Element für Stabilität und Integration technischer Komponenten.
Kleine, präzise ausgeführte Konsolen ermöglichen die einfache und zurückhaltende Befestigung an der Decke. So bleibt die Konstruktion optisch leicht, während die statische Anbindung klar und funktional gelöst ist.


Planausschnitt mit Explosionsdarstellung der Vitrine.
Die Zeichnungen zeigen die konstruktive Durcharbeitung vom Grundriss über Detailanschlüsse bis hin zur dreidimensionalen Explosionsdarstellung. Stahlrahmen, Glaselemente, Tablare, Befestigungen und Beleuchtung sind klar gegliedert und in ihrer Abfolge nachvollziehbar dargestellt.
Die Explosionsansicht verdeutlicht das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten und macht die präzise Abstimmung zwischen Tragstruktur, Glasaufbau und technischer Integration sichtbar.


Da im Innenraum des Museums keine Hebevorrichtung zur Verfügung stand, wurde der Montageablauf vorgängig getestet.
Zu diesem Zweck stellten wir ein Element in Originalgrösse bei uns in der Werkstatt auf. So konnten Gewicht, Handling und benötigte Anzahl Monteure realistisch eingeschätzt und der Aufbau präzise geplant werden.
Der Probelauf schuf Sicherheit für die spätere Montage vor Ort und minimierte Risiken im sensiblen Museumsumfeld.

Die Elemente wurden montagefertig produziert und transportsicher auf dem Lastwagen fixiert. Durch die präzise Vorfertigung konnten die Bauteile vor Ort effizient eingebracht und schrittweise zur sechs Meter hohen Vitrine zusammengesetzt werden.

Der Haupteingang des Museum für Gestaltung Zürich befindet sich im Obergeschoss des Toni-Areal.
Da die Warenlifte für die grossformatigen Elemente zu klein waren, mussten die Stahlrahmen mit einem Kran von aussen direkt zum Haupteingang gehoben werden.
Diese besondere Logistiklösung erforderte eine präzise Planung von Transport, Anschlagpunkten und Montageabfolge – und war ein zentraler Schritt auf dem Weg zur finalen Installation der Vitrinen.

Nach dem Aufstellen wurden die einzelnen Rahmenelemente präzise zusammengeschoben und dauerhaft miteinander verschraubt.
Alle Rohrverbindungen waren vorgängig mittels 3D-Lasertechnik vorbereitet. Dadurch konnten Bohrungen und Anschlüsse passgenau gefertigt und Montagetoleranzen vor Ort minimiert werden.
Die hohe Vorfertigungsgenauigkeit ermöglichte eine effiziente Montage und sorgte dafür, dass die sechs Meter hohe Konstruktion exakt ausgerichtet werden konnte.
