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Treppe und Steg Turbinenraum

Zuschauererschliessung für Besucher im Turninenraum

Architekt: Ernst Niklaus Fausch Partner AG

Für den historischen Turbinenraum im Industriemuseum wurde ein Zuschauersteg mit Treppenanlage realisiert, der den Besuchern einen sicheren Rundgang durch die bestehende Industriearchitektur ermöglicht.

Die Konstruktion ist als eigenständige Stahlstruktur ausgebildet und respektiert den Bestand, ohne in die historische Substanz einzugreifen. Der Steg schafft neue Blickachsen auf die Maschinen und technischen Installationen und macht die Dimensionen des Raumes aus erhöhter Perspektive erlebbar.

Durch die klare, zurückhaltende Gestaltung fügt sich die neue Intervention selbstverständlich in das industrielle Umfeld ein und tritt konstruktiv wie formal in Dialog mit der vorhandenen Stahlarchitektur.


Der Zuschauersteg ist als eigenständige Stahlkonstruktion ausgebildet und reagiert differenziert auf den Bestand.

Teile des Stegs sind abgehängt, während die Podeste gezielt auf vorhandene Träger aufgelegt wurden. So konnte die historische Substanz geschont und die Lasten kontrolliert in die bestehende Struktur eingeleitet werden.

Der Boden besteht aus Gitterrosten, die Transparenz schaffen und den industriellen Charakter unterstreichen. Die Geländer sind mit Maschendrahtfüllungen versehen – robust, funktional und gestalterisch passend zum Umfeld.

Die Beleuchtung für Raum und Besucher wurde direkt in die Metallkonstruktion integriert und inszeniert sowohl die Wegeführung als auch die historische Bausubstanz.

 

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Die restaurierte Turbinenanlage bildet das Herzstück des historischen Maschinenraums.

Nach der sorgfältigen Instandsetzung wird sie künftig wieder für Besucherführungen in Betrieb genommen. Das Wasser stammt aus einem kleinen Stausee oberhalb der ehemaligen Fabrikanlage und treibt – wie einst – die Turbine über die bestehende Zuleitung an.

Die neue Zuschauererschliessung ermöglicht es, die Technik aus nächster Nähe zu erleben, ohne in die historische Substanz einzugreifen. So werden Funktion, Geschichte und räumliche Atmosphäre für die Besucher unmittelbar erfahrbar.

 

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Das Zwischenpodest ist als offene Stahlkonstruktion mit Gitterrostboden ausgeführt.

Der Gitterrost sorgt für Rutschhemmung, Transparenz und eine visuelle Leichtigkeit innerhalb des massiven Mauerwerks. Die umlaufend in die Konstruktion integrierte Wandbeleuchtung akzentuiert die raue Oberfläche des Bestands und schafft gleichzeitig eine sichere, gleichmässige Ausleuchtung der Wegeführung.

So verbindet das Podest Funktionalität, Sicherheit und eine gezielte Inszenierung des historischen Raumes.

 

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Der längs verlaufende Steg folgt der ursprünglichen Geometrie des Raumes, der bereits vor der Turbinenanlage grosse Wasserräder beherbergte. Die schmale, gestreckte Form ist Ausdruck dieser historischen Nutzung.

Über das Podest gelangt man von der Luke in der Decke in den Raum und erhält eine erhöhte Perspektive auf die restaurierte Turbinenanlage. Die lineare Führung ermöglicht eine klare Besucherführung und bietet zugleich die beste Sicht von oben auf die Technik.

So verbindet der Steg historische Raumstruktur und heutige Nutzung zu einem nachvollziehbaren Rundgang durch die Industriegeschichte.

 

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Trotz bewusst einfach gehaltener, verzinkter Oberflächen wurde durch die präzise Planung und Montage eine eigenständige Wertigkeit des Einbaus angestrebt.

Die exakte Linienführung, saubere Anschlüsse und klare Kanten lassen die Konstruktion bewusst vom historischen Bestand abheben – ohne ihn zu dominieren. Auch in der Untersicht bleibt die Stahlkonstruktion klar ablesbar und technisch präzise ausgeführt.

Im Hintergrund sind die Zuleitungen sichtbar, über die das Wasser für den Betrieb der Turbinen geführt wird – ein direkter Bezug zwischen neuer Besuchererschliessung und historischer Funktion.

 

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Blick ins Treppenauge beim Podest.

Auch hier wurden Details bewusst aus der bestehenden Geländersprache des Gebäudes übernommen – etwa die charakteristischen Kugeln auf den Geländerpfosten. So entsteht eine gestalterische Kontinuität zwischen historischem Bestand und neuer Intervention.

Gleichzeitig blieb die Konstruktion vollständig demontierbar. Für Wartungsarbeiten an den Wasserzuleitungen muss der Zugang jederzeit gewährleistet sein. Sicherheit, Reversibilität und präzise Ausführung standen daher gleichermassen im Fokus der Planung.

 

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Der Turbinenschacht während der Bauphase.

Die bestehenden historischen Träger wurden sorgfältig freigelegt, aufgearbeitet und statisch überprüft. Anschliessend konnten sie zur Abstützung der neuen Plattform wiederverwendet werden.

So blieb die ursprüngliche Tragstruktur erhalten und wurde sinnvoll in das neue Erschliessungskonzept integriert – ein konstruktiver Dialog zwischen Bestand und neuer Stahlkonstruktion.

 

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Der Zugang zum Steg erfolgt über eine niedrige Luke in der Decke.

Über eine kleine, steile Treppe gelangt man in den Turbinenraum. Aufgrund der historischen Gegebenheiten ist die Durchgangshöhe begrenzt – Besucher müssen sich beim Eintritt bewusst bücken.

Diese kompakte Erschliessung unterstreicht den ursprünglichen Charakter des Bauwerks und macht die räumlichen Dimensionen der ehemaligen Industrieanlage unmittelbar erfahrbar.

 

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Gerade im denkmalgeschützten Bestand ist eine präzise Massaufnahme entscheidend.

Das 3D-Modell des Einbaus diente als Grundlage für Planung, Abstimmung und Produktion. Sämtliche Anschlusspunkte, Höhen und Bestandsgeometrien wurden exakt übernommen, um spätere Anpassungen auf der Baustelle zu vermeiden.

So konnte die neue Stahlkonstruktion millimetergenau in die historische Struktur eingefügt werden – passgenau, reversibel und mit minimalem Eingriff in den Bestand.

 

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Diese Bodenklappe bildet den Einstieg für Besucher in den Turbinenraum.

Über die Öffnung gelangt man durch die Luke in den darunterliegenden historischen Raum und weiter auf den Zuschauersteg. Die bestehende Konstruktion wurde in das Erschliessungskonzept integriert und funktional ergänzt, sodass der Zugang sicher und kontrolliert erfolgen kann.

Der Übergang vom Museumsbereich in den technischen Bestand wird so bewusst inszeniert – als Schwelle zwischen Ausstellung und originaler Industrieanlage.

 

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Der Bodenausschnitt diente ursprünglich dazu, Maschinen, Turbine und Generator mithilfe von Flaschenzügen aus dem Schacht zu heben. Früher war die Öffnung mit Holzdielen begehbar verschlossen.

Heute wurde ein begehbares Glas eingesetzt, das die historische Funktion sichtbar macht und gleichzeitig eine zusätzliche Perspektive in den Turbinenraum eröffnet. Mutige Besucher können so direkt in die Tiefe blicken und die Anlage aus ungewohnter Sicht erleben.

Im Bedarfsfall – etwa für Wartungsarbeiten – kann das Glaselement demontiert werden. Damit bleibt die ursprüngliche technische Nutzung weiterhin möglich.

 

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